Wer heute nach deinem Unternehmen fragt, bekommt oft keine Trefferliste mehr, sondern einen fertigen Absatz von ChatGPT, Perplexity oder Google. Dieser Absatz ist für viele Menschen der erste Eindruck von dir, und er kann falsch sein. Online Reputation Management heißt deshalb heute auch: wissen, was KI über dich sagt, aus welchen Quellen das stammt und wie du Fehler dort korrigierst, wo sie entstehen.
Warum der erste Eindruck jetzt aus einer KI-Antwort kommt
Früher war die Suchergebnisseite deine Visitenkarte: zehn Links, ein paar Bewertungssterne, vielleicht ein Artikel aus der Lokalpresse. Heute fassen KI-Assistenten und die KI-Übersichten von Google in wenigen Sätzen zusammen, wer du bist, was du anbietest und was andere über dich sagen. Viele lesen diesen Absatz und klicken danach nirgends mehr hin.
Wie stark sich das auswirkt, hat das Pew Research Center im Juli 2025 veröffentlicht. Ausgewertet wurden 68.879 Google-Suchen von 900 Erwachsenen in den USA aus dem März 2025. Erschien eine KI-Zusammenfassung, klickten die Nutzer nur bei 8 Prozent der Besuche auf ein klassisches Suchergebnis, ohne Zusammenfassung bei 15 Prozent. Einen Link innerhalb der Zusammenfassung klickten sie nur bei 1 Prozent der Besuche an. Google hält die Methode der Studie für fehlerhaft. Die Richtung deckt sich aber mit den deutschen Zahlen, die wir im Beitrag über Google AI Overviews und sinkende Klicks zusammengefasst haben.
Woher ChatGPT, Perplexity und Google ihr Bild von dir haben
KI-Assistenten schöpfen aus zwei Quellen. Die erste ist das Trainingswissen, ein eingefrorener Stand des Internets zum Zeitpunkt des Trainings. Die zweite ist die Live-Suche, bei der das System zur konkreten Frage passende Seiten abruft und daraus eine Antwort baut. Fehler aus dem Training verschwinden oft erst mit einem neuen Modell. Fehler aus der Live-Suche hängen dagegen an konkreten Seiten, und die kannst du finden.
Welche Seiten das sind, unterscheidet sich je nach Plattform deutlich. Der Anbieter Profound hat dafür 680 Millionen Zitierungen aus der Zeit von August 2024 bis Juni 2025 ausgewertet:
- ChatGPT zitierte am häufigsten Wikipedia, mit Abstand gefolgt von Reddit und Forbes.
- Die KI-Übersichten von Google zitierten am häufigsten Reddit, YouTube, Quora und LinkedIn.
- Perplexity zitierte am häufigsten Reddit und YouTube, dazu Bewertungsplattformen wie Yelp und TripAdvisor.
Die Daten stammen überwiegend aus dem englischsprachigen Netz. Übertragen auf ein Unternehmen aus Karlsruhe heißt das: Es zählt nicht nur deine Website, sondern auch Fachmedien, Branchenverzeichnisse, Bewertungsportale, Foren, Videos und Profile auf LinkedIn. Was dort über dich steht, kann in einer KI-Antwort landen, egal ob du es geschrieben hast. Wie du auf LinkedIn mit eigenen Fachbeiträgen präsent bist, zeigt unser Beitrag über LinkedIn-Artikel, die gelesen und geteilt werden.
Quellen wechseln schneller als Rankings
Auf welche Seiten eine KI vertraut, bleibt nicht lange gleich. Semrush hat in einer Studie mit über 230.000 Prompts beobachtet, dass ChatGPT Reddit Anfang August 2025 noch in etwa 60 Prozent der Antworten zitierte und Mitte September 2025 nur noch in etwa 10 Prozent. Der SEO-Berater Kevin Indig führte das auf eine Änderung bei Google zurück, nicht auf OpenAI. Im August 2026 maß das Werkzeug Promptwatch erneut einen starken Rückgang von Reddit in ChatGPT, nach eigener Angabe noch vorläufig.
Für dein Unternehmen folgt daraus zweierlei. Erstens reicht es nicht, auf einer einzigen Plattform gut dazustehen, weil sich die Gewichte innerhalb weniger Wochen verschieben können. Zweitens ist eine einmalige Prüfung wenig wert. Was ChatGPT heute über dich sagt, kann in sechs Wochen anders klingen, im Guten wie im Schlechten.
Wenn KI Falsches über dich behauptet
KI-Antworten klingen sicher, auch wenn sie falsch sind. Bekannt wurde der Fall des US-Radiomoderators Mark Walters, dem ChatGPT fälschlich eine Veruntreuung zugeschrieben hatte. Seine Klage gegen OpenAI scheiterte im Mai 2025 vor einem Gericht in Georgia. Das Gericht stellte unter anderem darauf ab, dass ChatGPT auf mögliche Fehler hinweist und der Journalist, der die Antwort erhalten hatte, sie selbst nicht für wahr hielt.
In Europa geht die Datenschutzorganisation noyb einen anderen Weg. Im März 2025 reichte sie bei der norwegischen Datenschutzbehörde Beschwerde ein, weil ChatGPT einen Norweger als verurteilten Mörder seiner Kinder dargestellt hatte. Die Organisation beruft sich auf die Pflicht der DSGVO, dass personenbezogene Daten richtig sein müssen. Das schützt Menschen, also etwa dich als Inhaber oder Geschäftsführer, nicht aber die Firma als solche. Ein schneller Weg zur Korrektur ist keiner der beiden Fälle. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.
So prüfst du, was KI über dein Unternehmen sagt
Die Prüfung braucht kein teures Werkzeug, sondern eine feste Liste von Fragen und etwas Disziplin. Stell dieselben Fragen in ChatGPT, Perplexity, Gemini und im Google KI-Modus, jedes Mal in einem neuen Chat:
- Wer ist [Firma] und was bietet [Firma] an?
- Welche Erfahrungen gibt es mit [Firma]?
- Was sind Alternativen zu [Firma] in [deiner Stadt]?
- Wer ist [Name der Geschäftsführung]?
Halte zu jeder Antwort Datum, Plattform und die zitierten Links fest, und öffne jeden Link. Ordne dann jede Aussage ein: stimmt, veraltet, falsch, mit einer anderen Firma verwechselt oder ohne erkennbare Quelle. Falsche Vorwürfe und Verwechslungen haben Vorrang. Wiederhole die Prüfung einmal im Monat mit denselben Fragen, nur so erkennst du Veränderungen. Ob du überhaupt genannt und verlinkt wirst, misst du ergänzend mit den drei Signalen aus unserem Beitrag KI Sichtbarkeit prüfen.

Fehler an der Quelle korrigieren, nicht im Chat
Einer KI im Chat zu widersprechen ändert wenig, denn die nächste Antwort für einen anderen Nutzer entsteht wieder aus denselben Quellen. Dauerhaft wirkt nur, die Quelle selbst zu ändern. Steht die falsche Angabe auf deiner Website, in deinem Unternehmensprofil bei Google oder in einem Verzeichnis, das du pflegen kannst, korrigierst du sie dort. Steht sie auf einer fremden Seite, bitte den Betreiber um Korrektur und belege, was richtig ist.
Achte außerdem darauf, dass Name, Adresse, Leistungen und Ansprechpartner überall gleich beschrieben sind. Abweichende Angaben machen Verwechslungen wahrscheinlicher. Für Angaben zu deiner Person bietet OpenAI ein Datenschutzportal, über das du beantragen kannst, dass persönliche Informationen nicht mehr in ChatGPT-Antworten erscheinen. Eine Korrektur ist das nicht, und an der Quelle im Netz ändert es nichts. Rechne mit Wochen bis Monaten: Antworten aus der Live-Suche ändern sich meist zuerst, Fehler aus dem Trainingswissen oft erst mit dem nächsten Modell.
Was deine Website dazu beiträgt
Deine Website ist die einzige Quelle, die du vollständig in der Hand hast. Eine klare Seite über dein Unternehmen, eigene Seiten für jede Leistung, die Menschen hinter der Firma und häufige Fragen mit kurzen, belegten Antworten geben einer KI etwas Verlässliches, auf das sie zurückgreifen kann. Laut Google braucht es für die KI-Übersichten und den KI-Modus keine besonderen Dateien oder Auszeichnungen. Die Seite muss indexiert sein und als Snippet in der Suche erscheinen dürfen, strukturierte Daten müssen zum sichtbaren Text passen.
Prüfe außerdem deine robots.txt. Sperrst du den Crawler OAI-SearchBot, erscheint deine Seite laut OpenAI nicht mehr in den Suchantworten von ChatGPT. Der Crawler GPTBot ist davon getrennt, er sammelt Inhalte für das Training, und du kannst ihn unabhängig erlauben oder sperren. Genau diese Grundlagen prüfen wir als SEO Agentur Karlsruhe zuerst, bevor es um Inhalte und Erwähnungen auf anderen Seiten geht.
Fazit: Online Reputation Management beginnt bei der Quelle
Online Reputation Management beginnt heute mit einer einfachen Frage: Was sagen ChatGPT, Perplexity und Google über dich, wenn jemand nach dir fragt? Wer das regelmäßig prüft, die Quellen hinter jeder Aussage kennt und Fehler dort korrigiert, wo sie entstehen, hat seinen ersten Eindruck wieder selbst in der Hand.
Dafür reicht keine einmalige Aktion, sondern ein fester Rhythmus aus Prüfen, Korrigieren und guten eigenen Inhalten. Welche KI-Assistenten es gibt und worin sie sich unterscheiden, zeigt unser Vergleich der KI-Chatbots. Wenn du wissen willst, was KI heute über dein Unternehmen sagt, schauen wir uns das gern gemeinsam mit dir an.
Quellen:
[1] The Next Web: AI reputation management: what gets said about you inside ChatGPT, Perplexity & Google Gemini (Gastbeitrag, 13.10.2026). thenextweb.com (abgerufen Oktober 2026).
[2] Pew Research Center: Google users are less likely to click on links when an AI summary appears in the results (22.07.2025). pewresearch.org (abgerufen Oktober 2026).
[3] Profound: AI Platform Citation Patterns (05.06.2025, aktualisiert August 2025). tryprofound.com (abgerufen Oktober 2026).
[4] Semrush Blog: Reddit citations in ChatGPT fall (26.08.2026). semrush.com (abgerufen Oktober 2026).
[5] Cleary Gottlieb: Georgia Court Dismisses Defamation Lawsuit Against OpenAI Over ChatGPT Output (27.05.2025). clearygottlieb.com (abgerufen Oktober 2026).
[6] noyb: Beschwerde gegen OpenAI wegen einer von ChatGPT erfundenen Straftat (20.03.2025). noyb.eu (abgerufen Oktober 2026).
[7] Google Search Central: KI-Funktionen und deine Website (Stand 31.12.2025). developers.google.com (abgerufen Oktober 2026).
[8] OpenAI: Overview of OpenAI Crawlers (abgerufen 13.10.2026). developers.openai.com (abgerufen Oktober 2026).
Was sagt KI über dein Unternehmen?
In 15 Minuten schauen wir gemeinsam, was ChatGPT, Perplexity und Google über dich sagen und welche Quellen dahinterstecken. Danach weißt du, wo du zuerst ansetzen solltest.