Google AI Overviews beantworten immer mehr Suchanfragen direkt auf der Ergebnisseite, und der Klick auf deine Website bleibt aus. In Deutschland kostet das laut einer SISTRIX-Analyse rund 265 Millionen organische Klicks im Monat. Für die meisten Unternehmen ist das kein Grund zur Panik, aber ein guter Grund, SEO anders zu denken: weg vom reinen Ratgeber-Traffic, hin zu Anfragen.
Was Google AI Overviews sind und warum gerade alle darüber reden
AI Overviews, auf Deutsch „Übersicht mit KI“, sind die Textkästen, die Google bei vielen Suchanfragen über die klassischen Treffer setzt. Eine KI fasst dort die Antwort aus mehreren Quellen zusammen und verlinkt einige davon. Wer nur eine schnelle Auskunft wollte, ist danach fertig und klickt nirgends mehr hin.
Anlass für diesen Beitrag ist ein Videoessay des britischen Kanals ExplainingComputers vom 20. September 2026 mit dem Titel „AI & the Future of the Web“. Die These: KI-Antworten entziehen dem werbefinanzierten Web die Besucher, und KI-Agenten könnten Browser und Suchmaschinen auf Dauer ablösen. Das ist bewusst zugespitzt. Der Kern lässt sich aber mit Zahlen prüfen, und zwar mit deutschen.
Die Zahlen: So viele Klicks kosten AI Overviews in Deutschland
Die gründlichste Untersuchung für den deutschen Markt stammt von SISTRIX. Johannes Beus hat dafür über 100 Millionen Keywords ausgewertet, veröffentlicht am 25. Februar 2026 und zuletzt im August 2026 aktualisiert. Die wichtigsten Ergebnisse:
- Bei etwa 20 Prozent aller Keywords zeigt Google in Deutschland eine KI-Übersicht, bei langen, spezifischen Suchanfragen sind es rund 30 Prozent.
- In 78,6 Prozent der Fälle steht der Kasten oberhalb der organischen Ergebnisse.
- Die Klickrate auf Position 1 fällt mit KI-Übersicht von 27 auf 11 Prozent, das ist ein Minus von fast 60 Prozent.
- Über alle Keywords gerechnet gehen 6,6 Prozent der organischen Klicks verloren, rund 265 Millionen im Monat.
International zeigt sich dasselbe Muster. Similarweb hat für Suchen mit Nachrichtenbezug gemessen, dass der Anteil ohne Klick auf eine Website zwischen Mai 2024 und Mai 2025 von 56 auf 69 Prozent gestiegen ist. Dein Ranking kann also stabil bleiben, während die Besucherzahl sinkt. Wer nur auf Positionen schaut, merkt das erst spät.
Wen es trifft und wen kaum
Die Verluste sind extrem ungleich verteilt. Spezialisierte Gesundheitsportale verlieren laut SISTRIX bis zu 30 Prozent der Klicks, Eltern- und Ratgeberseiten über 24 Prozent. Am anderen Ende stehen Seiten, bei denen Menschen etwas tun wollen: Booking.com verliert 0,46 Prozent, Idealo 0,85 Prozent, Amazon 1,73 Prozent, Rezeptseiten wie Chefkoch rund 1 Prozent.
Die Trennlinie ist die Suchabsicht. Informationsfragen wie „was ist“, „wie funktioniert“ oder „woran erkenne ich“ beantwortet Google inzwischen selbst. Wer dagegen buchen, kaufen, vergleichen oder jemanden beauftragen will, braucht weiterhin eine Website und einen Anbieter. Eine KI-Zusammenfassung verlegt keine Fliesen und schreibt kein Angebot.

Für regionale Dienstleister und Handwerker ist das eine gute Nachricht. Suchanfragen mit Ort und Auftragsabsicht laufen weiter über das Unternehmensprofil, die Karte und die organischen Treffer. Wie du dort sichtbar wirst, beschreibt unser Beitrag über Online-Marketing für Handwerker.
Was das für dein SEO bedeutet
Wenn ein Teil des Informations-Traffics wegfällt, verschiebt sich, woran du Erfolg misst. Besucherzahlen waren schon immer eine Hilfsgröße. Entscheidend ist, wie viele Anfragen, Anrufe und Termine aus der Suche entstehen. Eine Seite mit 300 Besuchern, die beauftragen wollen, ist mehr wert als ein Ratgeber mit 3.000 Lesern, die nur eine Definition gesucht haben.
Das verändert auch die Keyword-Auswahl. SISTRIX empfiehlt, das Suchvolumen nicht mehr allein zu betrachten, sondern mitzuprüfen, ob Google für den Begriff eine KI-Übersicht zeigt. Ein Keyword mit 1.000 Suchen und KI-Kasten bringt unter Umständen weniger Besucher als eines mit 400 Suchen ohne. Diese Prüfung gehört deshalb in jede Keyword-Analyse.
Und es verändert den Blick auf die Geschichte. Suchmaschinen haben ihre Spielregeln immer wieder umgebaut, vom Linkverzeichnis über Universal Search bis zur mobilen Suche. Wer die Entwicklung des Online-Marketings kennt, erkennt das Muster: Die Gewinner waren nie die, die am alten Kanal festhielten, sondern die, die früh umgestellt haben.
Fünf Schritte, mit denen du trotz Google AI Overviews Anfragen gewinnst
Die folgenden Schritte setzen wir bei Kunden und auf unserer eigenen Seite um. Keiner davon ist ein Trick, alle zusammen machen dich unabhängiger von einzelnen Ratgeber-Rankings.
- Betroffenheit messen: Öffne die Google Search Console und vergleiche Klicks, Impressionen und Klickrate deiner wichtigsten Seiten mit dem Vorjahr. Steigen die Impressionen bei sinkender Klickrate, steht sehr wahrscheinlich ein KI-Kasten über dir.
- Seiten mit Auftragsabsicht stärken: Leistungsseiten, Preisseiten, Standortseiten und Referenzen verlieren kaum Klicks. Dort gehört die meiste Arbeit hin, inklusive klarer Kontaktwege. Wie eine Seite aufgebaut ist, die aus Besuchern Anfragen macht, zeigt unser Beitrag zum Aufbau einer Landingpage.
- Inhalte liefern, die eine Zusammenfassung nicht ersetzt: eigene Zahlen, Preisbeispiele, Vorher-Nachher-Projekte, Checklisten zum Herunterladen, Rechner, Erfahrungen aus echten Aufträgen. Eine Definition kann die KI selbst schreiben, dein Projekt aus Ettlingen nicht.
- Als Quelle in der KI-Antwort auftauchen: Die Kästen verlinken Quellen. Gute Chancen haben Seiten, die eine Frage in zwei bis drei klaren Sätzen beantworten, saubere Überschriften nutzen, strukturierte Daten wie FAQ und Organisation ausgeben und erkennbar von einer echten Person stammen.
- Auf mehr als einen Kanal setzen: Unternehmensprofil, Newsletter, LinkedIn und bezahlte Suche fangen ab, was organisch wegfällt. Wie Fachbeiträge auf LinkedIn Reichweite aufbauen, liest du in unserem Leitfaden LinkedIn-Artikel schreiben, die gelesen werden.
Sichtbar in KI-Antworten: Aus SEO wird SEO plus GEO
Neben Google beantworten ChatGPT, Perplexity und Gemini immer mehr Fragen, auch die nach Anbietern. Für diese Disziplin hat sich der Begriff Generative Engine Optimization eingebürgert, kurz GEO. Die Grundlagen sind dieselben wie bei gutem SEO: eine technisch saubere Seite, eindeutige Aussagen, belegte Zahlen, Erwähnungen auf vertrauenswürdigen Seiten und in Branchenverzeichnissen. Ob deine Seite in KI-Antworten tatsächlich genannt und verlinkt wird, prüfst du mit den drei Signalen aus unserem Beitrag KI Sichtbarkeit prüfen.
Dass sich das lohnt, sehen wir an unserer eigenen Website. Dort bringt ChatGPT inzwischen mehr Sitzungen als unsere Social-Media-Kanäle, und diese Besucher beschäftigen sich überdurchschnittlich lange mit den Inhalten. Das sind noch kleine Zahlen, aber sie wachsen, und wer empfohlen wird, kommt mit Vertrauen auf die Seite. Was wir dafür konkret tun, steht auf unserer Seite zur GEO und KI-SEO Agentur in Karlsruhe.
Wichtig ist die Reihenfolge. GEO ersetzt SEO nicht. Sprachmodelle und KI-Übersichten greifen auf dieselben Seiten zu, die auch klassisch gut ranken. Wer bei Google unsichtbar ist, wird auch in KI-Antworten selten genannt. Wie KI das Marketing insgesamt verändert und wo Menschen unverzichtbar bleiben, haben wir im Beitrag KI im Marketing beschrieben.
Was du nicht tun solltest
Der häufigste Reflex ist, den Blog einzustellen, weil „das ja eh die KI beantwortet“. Das ist falsch. Fachbeiträge bleiben die Grundlage dafür, dass Google und Sprachmodelle dich als Quelle für dein Thema erkennen. Nur das Ziel ändert sich: weniger Lexikonartikel, mehr Beiträge mit eigener Erfahrung und klarer Verbindung zu einer Leistung.
Der zweite Reflex ist, KI-Crawler auszusperren. Für Verlage, die von Reichweite leben, kann das eine Verhandlungsposition sein. Für ein Unternehmen, das Kunden gewinnen will, bedeutet es, in den Antworten der Assistenten schlicht nicht vorzukommen. Und der dritte Fehler sind massenhaft KI-generierte Texte ohne eigenen Inhalt. Genau solche Seiten lassen sich am leichtesten durch eine Zusammenfassung ersetzen.
Fazit: Weniger Klicks heißt nicht weniger Kunden
Google AI Overviews nehmen vor allem Informationsseiten Besucher weg, in Deutschland im Schnitt 6,6 Prozent der organischen Klicks, in einzelnen Branchen deutlich mehr. Suchanfragen mit Kauf- oder Auftragsabsicht sind kaum betroffen. Wer seine Leistungsseiten stärkt, Inhalte mit eigener Substanz liefert und als Quelle in KI-Antworten auftaucht, gewinnt weiter Anfragen aus der Suche. Wie du dabei im Blick behältst, was diese Antworten über dein Unternehmen sagen, zeigt unser Beitrag zum Online Reputation Management.
Wenn du wissen willst, wie stark deine Website betroffen ist und welche Seiten jetzt Vorrang haben, schauen wir uns das gemeinsam an. Als SEO Agentur in Karlsruhe prüfen wir deine Search-Console-Daten, deine Zielbegriffe und deine Sichtbarkeit in KI-Antworten und leiten daraus einen Plan ab, der auf Anfragen zielt.
Quellen:
[1] ExplainingComputers: AI & the Future of the Web (Video, 20.09.2026). youtube.com (abgerufen September 2026).
[2] SISTRIX: AI Overviews in Deutschland, so stark sinken die Klickraten wirklich (25.02.2026, aktualisiert 21.08.2026). sistrix.de (abgerufen September 2026).
[3] Search Engine Roundtable: Similarweb Says No Clicks From Google Grew From 56% to 69% Since AI Overviews (03.07.2025). seroundtable.com (abgerufen September 2026).
Wie stark treffen AI Overviews deine Website?
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