Wer seine Website für KI optimieren will, sollte mit den Zahlen anfangen. Eine neue Auswertung vom 28. Oktober 2026 zeigt: Nur rund 40 Prozent der Statistiken, die ChatGPT, Perplexity, Gemini, Claude und Google AI Overviews mit Quelle nennen, führen zu einer Studie, die das auch so sagt. Für dich ist das Warnung und Chance zugleich. Übernimm keine KI-Zahl ungeprüft, und mach deine eigenen Zahlen so belastbar, dass KI-Assistenten sie als Beleg nehmen.
Was die Studie zu Zahlen in KI-Antworten herausgefunden hat
Das Forschungsteam von Trakkr hat am 25. Oktober 2026 fünf KI-Assistenten 200 Fragen gestellt, deren Antwort eine Zahl verlangt, etwa zu Marketing, Vertrieb oder Kundenverhalten. Gefragt wurde über die Schnittstellen der Anbieter mit eingeschalteter Websuche und einem Standort in den USA. Aus den Antworten wurden 1.285 Statistiken mit Quellenangabe zufällig ausgewählt und jede bis zu fünf Seiten tief zurückverfolgt, bis zur ursprünglichen Studie oder bis die Spur endete.
Das Ergebnis fällt ernüchternd aus. Bei 40 Prozent fand sich eine Studie, die dieselbe Aussage trifft. Bei 8 Prozent gab es die Studie, aber Zahl oder Zusammenhang hatten sich unterwegs verändert. Weitere 40 Prozent ließen sich nicht prüfen, weil die Quelle hinter einem Formular lag, gelöscht war oder die Zahl gar nicht enthielt. Bei 11 Prozent stand auf der ganzen Spur keine Studie.

Die Assistenten erfinden dabei selten etwas. In 82 Prozent der Fälle stand die Zahl tatsächlich auf der zitierten Seite. Das Problem liegt eine Ebene tiefer: Die zitierte Seite hat die Zahl selbst irgendwo abgeschrieben. Auch Einigkeit hilft nicht weiter. Selbst wenn alle fünf Assistenten dieselbe Zahl nennen, heißt das nur, dass sie dieselben Seiten lesen.
Zombie-Statistiken: Beispiele aus dem Marketing
Die Studie nennt solche Zahlen Zombie-Statistiken: Werte, die immer wieder auftauchen, obwohl keine Untersuchung mehr dahintersteht. Mehrere Beispiele stammen genau aus den Themen, mit denen du im Marketing täglich zu tun hast:
- 94 Prozent des ersten Eindrucks hängen am Design. Die Zahl geht auf eine Studie von 2004 zurück, in der 15 Frauen Gesundheitswebsites bewertet haben. Daraus wurde eine Aussage über alle Websites.
- 46 Prozent aller Google-Suchen haben einen lokalen Bezug. Die Spur endet bei einem Beitrag in sozialen Medien von 2018 über eine Konferenzfolie. Eine Veröffentlichung von Google dazu fanden die Prüfer nicht.
- 44 Prozent der Verkäufer geben nach dem ersten Nachfassen auf. Alle fünf Assistenten nannten diese Zahl. Am Ende der Spur stand eine Seite ohne jede Forschung.
- Neukunden kosten fünf- bis 25-mal so viel wie Bestandskunden. Die Spur führt zu einem Artikel der Harvard Business Review von 2014, der keine Studie nennt.
Dass der erste Eindruck zählt, bestreitet niemand. Was dahintersteckt, beschreibt unser Beitrag zur Psychologie hinter dem ersten Klick. Eine genaue Prozentzahl gehört aber nur in deine Unterlagen, wenn du ihre Herkunft kennst.
Warum KI-Assistenten Zahlen so schlecht zurückverfolgen
KI-Assistenten zitieren, was sie bei der Websuche schnell finden. Laut der Studie waren nur 21 Prozent der zitierten Seiten eigene Forschung. Mehr als die Hälfte der ersten Zitate, 54 Prozent, führte auf Firmenblogs, und davon ließen sich nur 37 Prozent bis zu einer passenden Studie zurückverfolgen. Am besten schnitten Seiten von Forschungsinstituten mit 62 Prozent und von Behörden mit 61 Prozent ab.
Das passt zu einer zweiten Auswertung. Der Softwareanbieter Blinq hat im ersten Halbjahr 2026 rund 250.000 Antworten von ChatGPT, Google AI Overviews und Perplexity untersucht, wie t3n im Juli berichtete. Unternehmenswebsites stellten rund zwei Drittel der zitierten Quellen, Fachartikel gehörten zu den seltensten. Welche fremden Seiten ChatGPT besonders gern heranzieht, zeigt unser Beitrag zu ChatGPT SEO und den Quellen von ChatGPT.
Zur Einordnung: Trakkr verkauft selbst Werkzeuge, mit denen Unternehmen ihre Sichtbarkeit in KI-Antworten messen. Die Fragen wurden einmal und an einem Tag gestellt, über die Schnittstellen und nicht über die Apps, die du im Alltag nutzt. Die Größenordnung ist trotzdem deutlich genug, um daraus zu lernen.
Was das für dein Marketing bedeutet
Die erste Folge betrifft deine eigene Arbeit. Wenn du Zahlen für ein Angebot, eine Präsentation oder einen Website-Text bei einer KI abfragst, ist das ein Hinweis, kein Beleg. Folge dem Link bis zur Studie und prüf, wer befragt wurde, wie viele Menschen und wann. Findest du die Studie nicht, lass die Zahl weg. Eine falsche Zahl auf deiner Website fällt sonst auf dich zurück, auch wenn sie von woanders stammt.
Die zweite Folge ist die Chance. Wenn die meisten zitierten Seiten Zahlen nur weitergeben, haben Seiten mit eigenen, sauber belegten Zahlen einen Vorsprung. Ein Betrieb, der offen zeigt, wie lange eine Anfrage bei ihm bis zum Angebot dauert, was ein typisches Projekt kostet oder wie sich Kennzahlen in seiner Region entwickeln, liefert genau das, was KI-Assistenten als Beleg brauchen. Wie du misst, ob du in KI-Antworten genannt oder verlinkt wirst, erklärt unser Beitrag KI Sichtbarkeit prüfen.
Website für KI optimieren: Zahlen mit Herkunft
Dass Zahlen und Belege die Chancen verbessern, zitiert zu werden, ist nicht nur eine Vermutung. In der Studie „GEO: Generative Engine Optimization“, vorgestellt auf der Fachkonferenz KDD 2024, haben Forschende Texte gezielt verändert und gemessen, wie stark sie danach in generativen Antworten vorkommen. Am meisten halfen drei Dinge: Statistiken ergänzen, Zitate einbauen und Quellen nennen. Die Sichtbarkeit stieg damit um 30 bis 40 Prozent.
Zwei weitere Befunde sind für kleinere Unternehmen wichtig. Begriffe in den Text zu stopfen half nicht. Und Seiten, die in der Suche weiter hinten standen, profitierten deutlich stärker als die Spitzenreiter. Wer seine Website für KI optimieren will, braucht also keine Tricks, sondern Inhalte, die etwas belegen. Das ist der Kern dessen, was wir unter Sichtbarkeit in KI-Antworten verstehen.
Fünf Schritte, damit deine Zahlen zitiert werden
Du musst dafür keine große Studie in Auftrag geben. Oft reichen die Daten, die in deinem Betrieb ohnehin anfallen. Wichtig ist, wie du sie zeigst:
- Eigene Zahlen statt Sammelstatistiken. Nimm Werte aus deinen Projekten, Anfragen oder Umfragen, die sonst niemand hat. Welche Kennzahlen dabei wirklich etwas aussagen, zeigt unser Beitrag zur B2B Leadgenerierung, richtig gemessen.
- Herkunft direkt an die Zahl. Schreib neben jeden Wert, wer gefragt oder gemessen wurde, wie viele es waren und in welchem Zeitraum.
- Offen statt hinter einem Formular. Ergebnis und Methode gehören auf eine frei lesbare Seite. Ein PDF gegen E-Mail-Adresse ist für KI-Assistenten unsichtbar.
- Ein Datum und eine Aktualisierung. Nenn, wann die Zahl erhoben wurde, und frisch sie regelmäßig auf. Alte Werte ohne Datum werden schnell selbst zu Zombies.
- Prüfen, wer dich zitiert. Frag die gängigen Assistenten nach deinem Thema und sieh nach, welche Seiten sie für deine Zahlen nennen. Steht dort etwas Falsches, korrigierst du es an der Quelle, wie im Beitrag zum Online Reputation Management in KI-Antworten beschrieben.
Unser Blick aus der Praxis
Wir messen für unsere eigene Website regelmäßig, in welchen KI-Antworten Leadwerk vorkommt und welche Seiten dabei als Quelle dienen. Dabei fällt auf, wie oft Verzeichnisse, Ratgeber und Vergleichsseiten als Beleg dienen und wie selten die Seiten der Anbieter selbst. Diese Lücke schließt man selten mit mehr Text, eher mit konkreten Angaben, die sich belegen lassen. Dazu kommt, dass KI-Übersichten Klicks kosten, wie unser Beitrag über Google AI Overviews und sinkende Klicks zeigt. Wer dort als Quelle steht, verliert weniger.
Unsere Einschätzung: Die Zombie-Studie ist ein guter Anlass, die eigene Website einmal mit den Augen einer KI zu lesen. Wo stehen Zahlen ohne Herkunft? Wo hast du Werte, die du gar nicht zeigst? Wenn du das gemeinsam angehen willst, sprich mit uns als GEO Agentur in Karlsruhe.
Quellen:
[1] Trakkr Research: Zombie stats, where the numbers AI quotes come from (Mack Grenfell, 28.10.2026). trakkr.ai (abgerufen Oktober 2026).
[2] Aggarwal u. a.: GEO, Generative Engine Optimization (KDD 2024, arXiv 2311.09735). arxiv.org (abgerufen Oktober 2026).
[3] t3n: ChatGPT, Perplexity und Co., diese Quellen nutzen KI-Tools am häufigsten (Noëlle Bölling, 22.07.2026). t3n.de (abgerufen Oktober 2026).
Welche deiner Zahlen würde eine KI zitieren?
In 15 Minuten schauen wir gemeinsam, welche Seiten KI-Assistenten zu deinem Thema als Beleg nennen und welche Angaben auf deiner Website dafür fehlen. Danach weißt du, welche Zahlen du zuerst zeigen solltest.